Dinner um Acht

Auftraggeber: Theaterensemble Obertor
Produktionszeitraum: Herbst 2026

Geschrieben wurde das Stück für den Broadway. Dort war es ein so grosser Erfolg, dass Hollywood darauf aufmerksam wurde. 1933 kam «Dinner at Eigth» ins Kino – als sogenanntes Star-Vehikel. Die Besetzungsliste las sich wie ein Who is Who der damaligen Filmgrössen. Regie führte der unvergleichliche George Cukor.

Stück und Film schildern das trostlose Leben der High Society, die es ja tatsächlich nicht immer leicht hat. Am Ende sind die Probleme, an denen wir alle nagen, immer dieselben: Minderwertigkeitsgefühle, Eifersucht, unerfüllte Träume und so weiter. Die Autoren George S. Kaufman und Edna Ferber, beide ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis, machen sich darüber nie lustig. Aber einiges zu belächeln gibt es natürlich trotzdem.

Auf dem Zahnfleisch

Auftraggeber: Kantonsschule Im Lee
Produktionszeitraum: Frühling 2026

Wie viele Krisen hat der Homo Sapiens schon überstanden, seitdem er sich die Erde untertan zu machen in den Kopf gesetzt hat? Kriege, Eiszeiten, Kriege, die Sintflut, Kriege. Und nicht zu vergessen: zahllose Kriege. Alles galt es zu überleben – und tatsächlich haben wir überlebt. Bis heute. Die Familie Antrobus – ‚ánthropos‘ ist das griechische Wort für ‚Mensch‘ – macht es uns vor, stellvertretend für die Menschheit insgesamt:

Obwohl wir bemerkenswert unfähig sind, aus unserer Geschichte zu lernen, werden wir garantiert auch die gegen­wär­tigen Krisen überstehen. Verluste sind zwar nicht zu vermeiden, aber was solls? Wir werden noch einmal davon­kommen. Haarscharf. Auf dem letzten Zacken. By the skin of our teeth. Auf dem Zahnfleisch.

Marius & Fanny

Auftraggeber: Theaterensemble Obertor
Produktionszeitraum: Herbst 2025

Der französische Dramatiker Marcel Pagnol (1895–1974) schrieb «Marius» im Jahr 1929. Das Stück war ein so grosser Erfolg, dass er ihm zwei Fortsetzungen folgen liess: «Fanny» (1931) und «César» (1936). Die «Trilogie marseillaise» zeichnet sich durch Emotionalität, Humor, schmissige Dialoge, Klugheit und starke Charaktere aus – und durch einen gehörigen Schuss Romantik. Jedes Stück funktioniert für sich selbst und kann einzeln genossen werden, zusammen erzählen sie aber eine einzige grosse Liebesgeschichte.

Nach dem technisch aufwändigen Jubiläumsstück «Perseus – ein Heldenmusical» entschied sich das Theaterensemble Obertor, im 21. Jahr seines Bestehens wieder klassisches Theater zu spielen. Weil ein Theaterstück immer nur eine beschränkte Anzahl guter Rollen aufweist, dem Ensemble aber über 30 Leute angehören, hat es diese Saison gleich zwei Stücke der Marseiller Trilogie erarbeitet, nämlich «Marius» und «Fanny».

Kunst

Auftraggeber: Theaterensemble Obertor
Produktionszeitraum: Herbst 2022

«Kunst.» ist die vielfältigste Produktion in der 18-jährigen Geschichte des Theaterensembles Obertor: Wir haben acht Meisterwerke der Malerei ausgewählt – und zu jedem eine Szene entwickelt. Renoir inspirierte uns zu einem Krimi, Hopper zu einem stummen Liebesdrama, Bosch zu einer Auseinandersetzung mit dem Tod, Magritte zu einem Tanz und Kandinsky zu allerhand Unfug.

«Kunst.» zeigt, wie gross die Möglichkeiten des Theaterspiels sind: so unendlich wie der Sternenhimmel von van Gogh, mit dem wir die Aufführung abschliessen. Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie ein abwechslungsreiches, unterhaltsames, bewegendes und immer wieder witziges Potpourri an Einfällen.

Trauer muss Elektra tragen

Auftraggeber: Theaterensemble Obertor
Produktionszeitraum: Herbst 2021

Vorlage des Stücks ist die «Orestie» des Aischylos, die grosse Trilogie um die Königstochter Elektra. Wie üblich bei griechischen Tragödien, wird integriert und gemordet. O’Neill verlegte das prototypische Familiendrama in die Zeit nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg und reicherte es mit viel Psychologie und noch mehr Schicksal an – der Elektra-Komplex spielt ebenso eine Rolle wie der Ödipus-Komplex. Es ist keine leichtverdauliche Kost, der sich das Theaterensemble Obertor da angenommen hat. Aber ein mehr als faszinierendes Stück Theatergeschichte: Es gibt wohl nur wenige Dramen, die von den Darstellenden so viel Emotionalität abverlangen wie «Trauer muss Elektra tragen». Die Trilogie, die an einem Abend aufgeführt wird, lässt das Publikum tief eintauchen in die Verstrickungen einer Familie, die natürlich nur zu oft an die eigenen Verhältnisse erinnern.